Wochenspiegel

Autor des Monats: George Orwell

Eupen. Die Globalisierung, Corona und ein bald ehemaliger US- Präsident haben nicht alleine ausgestorben geglaubte Verschwörungstheorien zu neuem Leben erweckt. Auch der Ruf nach dem “starken Mann”, dem ultimativen Gerechtigkeits- und Ordnungsbringer, wird wieder lauter. Berechtigte Ängste schürt gleichfalls die ausufernde Speicherung persönlicher

Daten aller Art. In diesem Zusammenhang wird oft George Orwells Roman “1984” bemüht, aus dem mehrere Wortschöpfungen seit langem in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen sind: “Big brother is watching you”, “Neusprech”, “Doppeldenk” oder auch “doppelplusungut”.

“1984” ist eine der düstersten Zukunftsvisionen der Weltliteratur. Mit analytischer Schärfe

zeichnet George Orwell das Schreckensbild eines totalitären Überwachungsstaates nach einem realen Muster, das er bestens kannte: die mittlerweile untergegangene Sowjetunion. Denn Orwell war entschiedener Sozialist. Seine politische Überzeugung hatte den 1903 in der damaligen Kolonie Britisch- Indien Geborenen sogar bewogen, 1936- 1937 als Freiwilliger auf der republikanischen Seite im spanischen Bürgerkrieg zu kämpfen. Ein Halsdurchschuss zwang ihn schließlich zur Rückkehr nach England, wo er 1938 “Mein Katalonien” veröffentlichte, eine schonungslose Abrechnung mit dem, was er “den kommunistischen Verrat an Spanien” nannte. Mit dem Abschluss des Hitler- Stalin- Paktes 1939 wurde Orwell, ohne seine linke Gesinnung zu verleugnen, zum britischen Patrioten. Als Großbritannien und Frankreich, Deutschland, das Polen überfallen hatte, den Krieg erklärten, meldete Orwell sich als Freiwilliger zur englischen Armee. 1945 stellte er sein Anti- Stalinbuch “Farm der Tiere” fertig, aus dem die Redewendung “Einige sind gleicher als andere” zum sprachlichen Gemeingut geworden ist.

Ein halbes Jahr nach Erscheinen des Romans “1984” verstarb der schwer Lungenkranke am 21. Januar 1950 in London.

Seine Werke liegen in mehreren Sprachen für Sie bereit! Beachten Sie die neuen Öffnungszeiten: montags bis freitags von 16.00 bis 17.30 Uhr in der Simarstraße 4 in Eupen.

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