Pfarrbibliotheken Eupen St. Nikolaus und St. Josef
Eupen. – Lange Zeit war der Literaturnobelpreis sehr westeuropäisch und nordamerikanisch ausgerichtet.Die Literatur der sogenannten Dritten Welt kam überhaupt nicht vor. Erst 1945 wurde mit der Chilenin Gabriela Mistral erstmals eine Repräsentantin Lateinamerikas ausgezeichnet. Ein Vierteljahrhundert später kamen Chile und der Südamerika erneut zu Ehren. 1971 ging der Nobelpreis an den chilenischen
Dichter, Schriftsteller, Diplomat und Politiker Pablo Neruda. Die Entscheidung war nicht unumstritten. Mit 16 war Neruda Gabriela Mistral begegnet. Sie hatte ihm die Erzählungen Russlands nähergebracht und ihn zu eigenen Veröffentlichungen ermutigt.
1927 trat er in den diplomatischen Dienst seines Landes ein und war zuerst in Südostasien, danach in Argentinien und Spanien tätig. Hier erlebte er den Staatsstreich General Francos und den spanischen Bürgerkrieg. Fortan engagierte sich Neruda im Kampf gegen den weltweit grassierenden Faschismus.
1943 schied er aus dem diplomatischen Dienst aus; zwei Jahre später wurde er auf einer Liste der Kommunistischen Partei Chiles in den Senat seines Landes gewählt.
Rasch geriet er mit dessen konservativem Präsidenten Videla in Konflikt, dem er Missachtung der Armen vorwarf. Neruda floh nach Argentinien und ging schließlich ins Exil nach Europa. Das Einreiseverbot für Chile hob die dortige Regierung erst 1952 auf.
Nach der Wahl seines Freundes, des Sozialisten Salvador Allende, zum chilenischen Präsidenten, wurde Neruda Botschafter in Paris. Schwer erkrankt kehrte er schon Ende 1971 nach Chile zurück. Er verstarb am 23. September 1973, nur wenige Tage nach dem Staatstreich General Pinochets. Sein Haus wurde von den Militärs geplündert und zerstört.
Bis heute hält sich das Gerücht, der Diktator habe den Dichter vergiften lassen. Bei dessen Bestattung sangen die Trauernden die Internationale…
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