
Auf der Suche nach Privatarchiven für einen neuen Archivführer
Auf so manchem Dachboden liegt ein „Stück Geschichte“: Alte Fotos, Dokumente, Bücher, Karten, Zeichnungen. Diese kostbaren Schätzchen sind für Geschichts- und Heimatsvereine von großer Bedeutung. Aus diesem Grund sollte private Funde auf keinen Fall weggeworfen werden.
Walther Janssen und Paul Kockartz sind regelmäßig auf der Suche nach interessanten Gegenständen aus den Bereichen Gebäude, Kirche, Schule oder Dorffest, um ihr Haus der Geschichte in der Gemeinde Hauset zu füllen.
Auch der Raerener Historiker und Geologe Christoph Laschet bittet darum, private Schätze nicht in Schränken oder Schubladen versauern zu lassen. So landen sie nämlich gerne und schnell im Entrümpelungs-Container.
Auch bereits bestehende Archive halten weiterhin Ausschau. So auch der Förderverein des Archivwesens in der DG, der in seinem Mitteilungsblatt einen Aufruf „Privatarchive gesucht“ gestartet hat mit dem Ziel, ostbelgische Privatarchive zu dokumentieren, um für das Staatsarchiv in Eupen am Kaperberg 2-4, einen neuen Archivführer erstellen zu können.
Denn gerade Privatarchive sind besonders bedroht – das hat auch die Flutkatastrophe vor neun Monaten gezeigt.
Archivar Vitus Sproten ist der Meinung, dass wichtige Dokumente nicht zwingend in ein Staatsarchiv müssen – dafür reiche der Platz schlichtweg nicht aus. Es ist jedoch wichtig, sich darüber klar zu werden, wo es überall Privatarchive gibt – beispielsweise in Unternehmen, Musik- und Sportvereinen, bei Künstlern und Kulturschaffenden, Politikern, Familien und natürlich auch Journalisten.
In den kommenden Wochen plant das Staatsarchiv, sich mit den Vertretern solcher Privatarchive in Verbindung zu setzen und den Bestand unter die Lupe zu nehmen. Sollten Dokumente in das Staatsarchiv übertragen werden, müssen sie von einer großen Wichtigkeit sein. Auch Dokumente aus den letzten 50 Jahren – die viele Menschen für irrelevant halten – sind durchaus wichtig für das Archiv. Wer sich nicht sicher ist, sollte auf jeden Fall einen ersten Schritt wagen und den Kontakt zum Staatsarchiv aufnehmen. Bereits seit seiner Gründung im Jahre 1989 interessiert sich das Archiv auch für privates Archivgut – daraus ist eine breite und wichtige Vernetzung mit der Bevölkerung entstanden.
Das Staatsarchiv hofft auf und freut sich über eingehende Meldungen zu privaten Schätzen. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Fördervereins des Archivwesens in der DG.

