Pfarrbibliotheken St. Nikolaus und St. Josef
Eupen. – Seit Ausbruch der Corona- Pandemie Anfang 2020 ist der Begriff „Resilienz“ in aller Munde und entsprechende Publikationen verkaufen sich inzwischen wie warme Semmeln. Aber was bedeutet „Resilienz“ (frz.: „résilience“) eigentlich konkret? In „Mayers- Conversationslexikon“ von 1897 z. B. wird man das Wort ebenso wenig finden wie in „Kluges etymologischem Wörterbuch der deutschen Sprache“ von 1943. Selbst die Duden- Ausgaben der 1970er Jahre erwähnen es nicht. Im „Duden der deutschen Rechtschreibung“ von 2017 taucht es hingegen auf.
Aus dem Lateinischen stammend, könnte man „Resilienz“ noch am ehesten mit „Widerstandskraft“ umschreiben, als Fähigkeit, Krisen oder Katastrophen ohne dauerhafte Beschädigung zu überstehen. Vor 50 Jahren hätte man von einem „resilienten“ Menschen wahrscheinlich gesagt: „Er hat Nerven wie Drahtseile“. Mit den neuartigen gesellschaftlichen Herausforderungen bedurfte es wohl eines neuen Wortes, denn auch Krisenbewältigung kann zu einer Modeerscheinung werden und dann kommt ein an sich banales Wort wie „Zeitenwende“ in Deutschland plötzlich zum Ehrentitel „Wort des Jahres“… Der Begriff der „Resilienz“ wurde in den 1950er Jahren von einem US-amerikanischen Psychologen geprägt, der auch die erste diesbezügliche Langzeitstudie initiierte. Der Durchbruch der Resilienzforschung wir im Allgemeinen den ebenfalls in den USA lebenden und arbeitenden Psychologinnen Emmy Werner und Ruth Smith zugeschrieben. Die Kritik am Umgang mit dem Resilienz- Begriff ist in den letzten Jahren allerdings lauter geworden. Das eigentliche Problem sei es, zu vermeiden, dass dieser, statt die Widerstandskraft des Menschen zu stärken, diesen dazu verleite, gegebene Belastungen und Probleme als unabänderlich hinzunehmen. Dabei gerate deren Bekämpfung völlig ins Hintertreffen. Besuchen Sie unsere Website eupen-leihbuecherei,be!

