Wochenspiegel

Buch: Giorgio la Pira – Evangelium und politisches Engagement

Pfarrbibliotheken Eupen St. Nikolaus und St. Josef

Eupen. – Seit Oktober 2022 wird Italien, die drittstärkste Wirtschaftsnation Europas von einer Regierung unter Giorgia Meloni regiert.

Diese gründete 2012 die extremrechte Partei „Fratelli d’Italia“ und ist, seit der Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts in Italien im Jahre 1946, die erste Ministerpräsidentin dieses Landes.

Nach eigener Aussage hat sie zum Faschismus des „Duce“ Mussolini ein „unbeschwertes“ Verhältnis, bezeichnete den „Duce“ auch schon Mal als den besten italienischen Politiker der letzten 50 Jahre, räumt aber ein, dass dieser auch „einige Fehler“, wie die Rassengesetze, den Eintritt in den Zweiten Weltkrieg an der Seite Hitlers und die Errichtung eines autoritären Systems, gemacht habe.

Wie weit diese neue italienische Rechte von der konservativen Formation entfernt ist, die nach der Befreiung Italiens vom Faschismus gegründet wurde, macht die Biografie von Giorgio La Pira (1904-1977) deutlich.

La Pira, der von 1934 bis 1976 an der Universität Florenz Rechtswissenschaft lehrte und international geachtet war, hat den Faschismus stets bekämpft, engagierte sich im Hilfswerk für jüdische Familien und musste zeitweise im Vatikan untergebracht werden, um einer Festnahme durch die Faschisten zu entgehen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Vätern der neuen italienischen Verfassung und Mitgründern der konservativen Partei „Democrazia Christiana“.

1951 wurde er zum Bürgermeister von Florenz gewählt, wo er starke Zeichen zur Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit setzte.

Nicht wenige Parteifreunde warfen ihm nun staatliche Eingriffe in Privatgut, „Staatssozialismus“, ja sogar „Bastard-Marxismus“ vor.

Aber La Pira blieb seiner Linie treu. Er organisierte „Mittelmeerkonferenzen“ zur Befriedung der dortigen politischen Lage und für mehr soziale Gerechtigkeit, besuchte die Sowjetunion und sogar das kommunistische Vietnam, für das er einen Friedensplan entwickelte. Darauf stellte die „Democrazia Christiana“ den tief religiösen La Pira kalt. Er war der Partei, Teilen des Klerus und dem… Papst zu links und zu eigenwillig geworden, nicht zuletzt, weil er das Evangelium beim Wort nahm.

Mittlerweile läuft ein Seligsprechungsverfahren für den aufrechten Christen und Politiker.

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