RZKB
Eupen. – Am vergangenen Samstagnachmittag, den 1. April, begeisterte die bekannte Bestsellerautorin Nora Imlau rund 90 Gäste, die sich auf Initiative des RZKB im Eupener Kolpinghaus eingefunden hatten. Die aus Freiburg stammende Journalistin und Familienexpertin bot Einblicke in die Themen Eltern-Kind-Bindung und familienergänzenden Betreuungsstrukturen. Sie konnte den Sorgen der Eltern in Bezug auf diese Themen mit fachlich fundierten Antworten begegnen und ging in einer lebhaften Frage-und-Antwort-Runde auf die individuellen Fragen des Publikums ein.
Eltern müssen
nicht perfekt sein
Gleich zu Beginn der Veranstaltung lobte die Autorin den Mut der anwesenden Gäste. Mutig deshalb, weil es in ihren Augen nicht leicht sei, sich mit familienergänzenden Betreuungsmöglichkeiten und dem damit verknüpften Thema Bindung im Allgemeinen auseinanderzusetzen.
Darüber hinaus räumte die Autorin mit dem selbstauferlegten Anspruch vieler Eltern auf, ständig perfekt sein zu wollen. Vielmehr definierte Imlau gute Eltern als Menschen, die sich für ihre Kinder stets bemühen und permanent irgendetwas nicht hinkriegen. Worauf es wirklich ankomme, sei die Haltung der Eltern, ihrem Kind gegenüber.
Wichtig sei, ehrlich hinzuschauen und das Kind mit seinen Bedürfnissen ernst zu nehmen ohne den Anspruch, jedes Bedürfnis verlässlich entschlüsseln oder bedienen zu können. Durch diese wertschätzende und wohlwollende Haltung einem Kind gegenüber entstehe Bindung.
Feinfühligkeit + Responsivität
= Bindungssicherheit
Erst wenn ein Kind sich sicher gebunden fühle, d.h. seinen sicheren Hafen in Form von verlässlich zugewandten Bezugspersonen (Eltern, Großeltern, Betreuungspersonal, Lehrer, …) erfahre, könne es zu einem selbstbewussten Menschen heranwachsen, der sich mit seiner ganzen Persönlichkeit der Welt zumute.
Kinder strebten grundsätzlich nach Beziehungen. Diese seien hochindividuell und jedes Kind habe seine eigene Art Bindung aufzubauen. Die Aufgabe der Erwachsenen sei es, genügend Zeit in diese Bindungsprozesse zu investieren. Um eine sichere Bindung zu ermöglichen, verhielten sich Eltern (oder andere Bezugspersonen) idealerweise feinfühlig und responsiv. Das bedeute, dass die Bezugsperson stets versuchen sollte, die Signale des Kindes zu verstehen und zu beantworten. Dabei komme es nicht darauf an, das Bedürfnis perfekt zu erfüllen. Die Tatsache, sich dem Kind zuzuwenden, sei für die sichere Bindung entscheidend.
Bücherverkauf
Im Anschluss an den Vortrag stand die Autorin dem Publikum Rede und Antwort. Zum Schluss hatten alle Interessierten die Möglichkeit, am Stand der Buchhandlung Logos Bücher der Autorin zu erwerben und signieren zu lassen.
Wir bedanken uns bei allen Gästen und freuen uns Sie in den nächsten Jahren wieder begrüßen zu dürfen.
Das Team des RZKB

