Wochenspiegel

Ursprung des Muttertags

Schicksale

Die „Mutter“ des Muttertages ist Anna Marie Jarvis. Geboren am 1. Mai 1864 in einem kleinen Dorf im US-Bundesstaat Virginia, war sie das neunte Kind einer Großfamilie. Ihr Vater, ein methodistischer Pfarrer, verstirbt früh und so muss Annas Mutter die Großfamilie und ihre blinde Schwester nun alleine über Wasser halten. Anna Marie Jarvis entscheidet sich, ihrer Mutter beizustehen und sie bis ins hohe Alter zu unterstützen. Sie heiratet nie und schlägt einen Weg als Lehrerin ein. Am zweiten Sonntag des Monats Mai im Jahre 1905 stirbt das Familienoberhaupt überraschend; doch Anna weigert sich, die Erinnerung an ihre Mutter verblassen zu lassen. Sie beschließt, aus dem privaten Gedenken ein öffentliches zu machen und zwar für alle Mütter. Anna Marie Jarvis startet eine Kampagne: Sie wirbt mit Zeitungsartikeln und Briefen an Politiker, Frauenverbände und Kirchenführer für die Einführung eines “Freundschafts- und Danktages der Mütter”. Am 8. Mai 1914 unterschreibt der amerikanische Präsident Thomas Woodrow Wilson einen vom amerikanischen Kongress einstimmig beschlossenen Erlass, dass künftig am zweiten Sonntag im Mai der Muttertag begangen werden soll. Der Muttertag soll vor allem dazu dienen, die Rechte der Frauen nach vorne zu treiben. Schnell wird der Blumenstrauß jedoch das Symbol des Gedenktages. Anna Marie Jarvis wehrte sich bis zum Ende ihres Lebens gegen die Vereinnahmung des Muttertags durch Handel und Industrie. Sie selbst verliert bei diesem Kampf vor Gericht schließlich alles und kann nicht einmal mehr den Platz im Altenheim eigenständig bezahlen. Am Ende übernehmen einige der Blumenhändler die Kosten still und heimlich. So tragisch die Entstehungsgeschichte des Muttertags, wie wir ihn heute kennen, auch sein mag, so wichtig ist es, derer zu gedenken, die sich bedingungslos für die Rechte der Frau eingesetzt haben./mdr

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