Wochenspiegel

Buch des Monats: Die Raubritter von Reifferscheidt

Pfarrbibliotheken Eupen St. Nikolaus und St. Josef

Ostbelgien. – Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts beschleunigte sich die technisch- industrielle Entwicklung immer mehr.

Die deutsche Bevölkerung stieg von 41 Millionen im Jahr 1875 auf 68 Millionen rund vierzig Jahre später. Lebten 1875 noch 61 % auf dem Lande und lediglich 6 % in den Großstädten, hatte sich das Verhältnis fünfzig Jahre später umgekehrt: 36 % Landbewohner, 27 % Großstädter. Nach der deutschen Einigung 1871 gab es im ersten deutschen Kaiserreich 8 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, 1910 waren es bereits 48.

Das Leben „in der Stadt“ erschien Vielen, nicht zu Unrecht, hektisch, freud- und seelenlos, unwürdig. Seelische Ratlosigkeit und Verunsicherung machten sich breit. Es war eine Zeit der Gegensätze und Widersprüche, denen nicht wenige durch die Flucht in die Vergangenheit, in Natur und Landschaft zu entfliehen suchten. Zu diesen „Kulturflüchtlingen“ gehörte auch der 1851 als Sohn eines Steingrubenbesitzers in Raeren geborene Hubert Schiffer. 1883 eröffnete er mit einigen Gesinnungsgenossen eine neue Kunsttöpferei, um dieses Handwerk, das im Spätmittelalter den Ruhm Raerens begründet hatte, wiederzubeleben. Der Erfolg hielt sich in Grenzen, sodass Schiffer den Entschluss fasste, die

Geschichte Raerens und seiner Töpfer auch literarisch zu verarbeiten. In der Folge wurden seine Mundartstücke in seinem Heimatdorf immer wieder erfolgreich aufgeführt. Überregionale Bedeutung erlangte Schiffers literarisches Schaffen erstmals mit der Novelle „Die Raubritter von Reifferscheidt“, einer 1900 in Aachen erschienenen Erzählung um ein Raerener Liebespaar des

15. Jahrhunderts. Dieses Werk hat Schiffers Urgroßneffe Christoph Laschet nun neu veröffentlicht und mit einer deutschen Übersetzung versehen lassen.

Verantwortlich für die Herausgabe zeichnen Laschet und die Freunde des Dorfarchivs Hauset. Zu erwerben ist das Buch u. a. in der Eupener Buchhandlung Idea.

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