Kreationen: Zugteilnehmer zeigen leuchtende Neonfarben, kolorierte Kostüme und eine große Fantasiewelt
Die Sonne zeigte sich bereits seit den Morgenstunden in bester Laune. Das hatten sich die Eupener Jecken im gesamten Straßenkarneval verdient. Rund 3.600 Zugteilnehmer und zahlreiche Zuschauer säumten den Zugweg.
Sie waren aus der gesamten Region angereist. Zudem hatten die Besucher die Gelegenheit, die Fußgruppen und Wagen der verschiedenen Gruppen zu bewundern. Der Rosenmontag ist kein normaler Montag. Er bietet eine willkommene Auszeit von Alltag und Gewohnheiten. Und die Sonne machte alles noch farbenfroher und bunter.
Es gab im diesjährigen Rosenmontagszug viel zu bestaunen und zu bewundern. Der Zugleiter schickte pünktlich beim Geläut der Mittagsglocken die 125 Gruppen und Wagen los. Die Stimmbänder mit viel Gesang trainiert und dank einiger Bierchen gut geölt, setzte sich ein wahrer Korso in Gang. Der Anblick von leuchteten Neonfarben, kolorierten Kostümen und geschmückten Festwagen ließen auf Eupens Paradestraße (Aachener Straße) Gänsehaut zu. Von dort hatte man einen tollen Ausblick auf einen schmucken Zug. Sehr zur Freude des Veranstalters, der Arbeitsgemeinschaft Karneval Eupen-Kettenis (AGK).
Weniger Persiflage, aber mehr themenbezogene Wagenmotive wurden von tanzenden und schunkelnden Jecken eingerahmt. Und in diesem Jahr war die Spannweite sehr groß und reichte von sagenumwobenen Figuren wie Waldfeen, Kobolde, Trollen, und Meerjungfrauen bis hin zu Comicfiguren wie Tintin sowie das Sandmännchen. Die fantasievollen Aufmachungen lagen voll im Trend. So kann man nichts verkehrt machen.
Sonnenbrille statt Regenjacke
Sonnenbrille statt Regencaps waren 2025 angesagt. Dank eines wohl gesonnenen Wettergottes kamen viele Zuschauer an den Straßenrand, um Eupens großen Karnevalszug zu bewundern. Als ließe der Himmel Konfetti regnen, wurde die Farbenwelt durcheinandergewirbelt. Röcke, Mützen, Perücken und Hüte in Gold und Silber glänzten schon von Weitem.
Für Prinz Samuel I. mit Pagen Lara und Kim und Exprinz Damien I. war dies einer der Höhepunkte ihrer Regierungszeit. Und er sah Eupen außer Rand und Band, vielfältig, bunt und kreativ. Die KG Eulenspiegel präsentierte ihre Begleitpersonen in prächtigen und farbenfrohen Kostümen. Der Jubelverein folgte in Zweier-Reihen und begleitete sein Jubeldreigestirn zum Rathaus. Dort durfte der Narrenherrscher seinen Zug abnehmen. 90 Minuten zogen die Jecken und Wagen an ihrer Tollität vorbei. Eine Sechs im Lotto kann man getrost sagen. Was will ein Prinz mehr.
In der Tierwelt sind einige Gruppen fündig geworden: Bienen, Hummeln, Paradiesvögel, Flamingos, Leoparden, Käfer, Eulen, Drachen und Katzen. Sie wirbelten im Zug hin und her. Es war allerhand los im großen Umzug. Beeindruckend war die starke Gruppe des Harmonie-Orchesters Eupen. Die Harmonie Warsage bleibt ein treuer Gefährte. Ebenso die Blos mer jet än Bumskapell. Der Rest kam aus den Lautsprechern. Mal leise, mal angenehm oder einfach zu laut. Dies beeinträchtigte jedoch weder die Stimmung noch die gute Laune.
Zahlreiche Kinder im Rosenmontagszug
Auffallend im Zug waren die Eltern mit ihren Kindern. Da diente der Kinderwagen auch als Proviantwagen. Es gab entsprechend den Jahren zuvor mehr Wurfmaterialien. Das wurde von den zuschauenden Kindern kräftig eingesammelt. Tom II., Pagen Lilja und Freya, Exprinz Maxim II. reihten sich nach ihrem Kinderzug vom Vortag unter die feiernde Narrenschar und hatten sichtlich Spaß und ihre Freude. Die KKG Stadtwache Grün-Weiß 1936 Eupen war bestens gelaunt bei der Begleitung ihres Kinderdreigestirns.
Motivwagen gab es im Zug. Aladins Palast rollt entgegen, der übergroße Trollwagen, aber ebenso Eigenkonstruktionen wie Eisdiele, ein Käfig für schräge Vögel und eine Jägerhütte. Da kamen die „Knupsautosse“, Skihasen, ein Haus mit Vordach und Schneckenhäuser. Bei einer solchen Vielfalt fragt man sich, wie man auf so tolle Ideen kommen kann. Die Wagenbauer haben eine wichtige Rolle. Sie erheitern das Narrenvolk, aber Nachdenkliches und Warnungen sprechen sie ebenfalls aus. Da sind sie mal Hofnarr oder ein Original des Vereins, wenn sie ihre Ideen verwirklichen.
Sicherlich steckt in der Realisation eine Menge Arbeit, schaut man sich das fertige Motiv an. Hier wird das Ehrenamt hochgehalten, fleißig gebaut und genagelt. Und dann verwirklichen sich Motive wie Raketen, Gondoliere, die Lehre von den Eupener Farben, Safari-Landschaften, bunte Köpp, Rapunzel und der Sonnenbrand. Bunte Kostüme lassen nur das Surren der Nähmaschine erahnen. Alle waren ein Farbtupfer in einer großen Fantasiewelt. Und diese Welt erstrahlte dank der Sonne für wenige Stunden noch bunter, heller und freundlicher. (Von Edgar Hungs)