Wochenspiegel

Kinder im Austausch mit der Politik

Online sicher, offline glücklich

Eupen. Rund 80 Schülerinnen und Schüler des vierten Schuljahres haben vergangene Woche im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft (PDG) am Projekt „Zug der Demokratie“ teilgenommen. Bereits zum fünften Mal kamen Kinder aus verschiedenen Grundschulen Ostbelgiens zusammen, um sich mit Politikerinnen und Politikern auszutauschen.

Im Mittelpunkt stand das Thema „Online sicher, offline glücklich“. Dabei ging es um besseren Schutz im Internet und sinnvolle Freizeitgestaltung ohne Bildschirm – aus Sicht der Kinder selbst.

Zu Beginn erklärte Parlamentsmitarbeiterin Nadine Streicher den Ablauf. Die teilnehmenden Klassen aus der Pater-Damian-Grundschule und dem Königlichen Athenäum Eupen hatten sich intensiv vorbereitet. Mit lebensgroßen Holzfiguren hielten sie fest, was sie selbst verändern können und welche Erwartungen sie an die Politik haben. Parlamentspräsidentin Patricia Creutz-Vilvoye (CSP) betonte, dass Demokratie vom Austausch lebt. Der Plenarsaal gehörte an diesem Tag den Kindern.

In Kleingruppen diskutierten die Schülerinnen und Schüler anschließend mit Politikerinnen und Politikern. Dabei wurde deutlich, wie wichtig digitale Medien im Alltag sind. „Das Internet gehört zu unserem Leben, aber es gibt auch Probleme“, erklärte ein Schüler.

Zurück im Plenarsaal präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse. Viele Kinder berichteten von fehlender Motivation für andere Aktivitäten, obwohl Bewegung wichtig ist. Gleichzeitig wurden Probleme wie beleidigende Sprache in Chats angesprochen. Als Lösungen nannten sie Filter, das Deaktivieren von Chatfunktionen und einen bewussteren Umgang mit Medien.

Nicht alle Anliegen liegen in der Zuständigkeit des Parlaments. Viele Wünsche richten sich an die Gemeinden, etwa mehr Spielplätze, Freizeitangebote und sichere Wege – besonders in Eupen. Gefordert wurden zudem mehr Sportmöglichkeiten, bezahlbare Angebote und Schnuppertage in Vereinen. Auch ein „Offline-Tag“ wurde vorgeschlagen, an dem Familien bewusst Zeit ohne Bildschirm verbringen. Die Eltern sehen die Kinder dabei in der Pflicht, klare Regeln zu setzen und Vorbilder zu sein.

Neben Bewegung wurden kreative Alternativen genannt, etwa öffentliche Bücherschränke oder ehrenamtliches Engagement, zum Beispiel im Tierheim oder Altenheim. Die zentrale Botschaft: Digitale Medien gehören zum Alltag, sollten aber maßvoll genutzt werden. Aufgrund der großen Nachfrage wird das Projekt am 2. Juni fortgesetzt.

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