Ein Interview mit Olrik Müller, Experte für Berufswahlorientierung
Viele junge Menschen stehen irgendwann an diesem Punkt: Studium, Ausbildung, Auslandsaufenthalt – oder erst einmal gar nichts? Und genau hier muss angesetzt werden.
„Die duale Ausbildung hat einen riesigen Vorteil: Sie ist praxisnah, baut echte Kompetenzen auf und stärkt die Dazugehörigkeit – mit Verantwortung und Perspektiven“, so Müller.
In seiner Arbeit beobachtet Olrik Müller immer wieder, dass Menschen dann erfolgreich sind, wenn sie etwas tun, das zu ihren Stärken, Talenten und Werten passt. „Deshalb ist es wichtig, sich Fragen zu stellen: Wer bin ich eigentlich? Wie ticke ich? Was macht mir wirklich Spaß? Bei welcher Tätigkeit vergesse ich die Zeit? Bin ich eher praktisch oder theoretisch veranlagt? Wenn ihr wisst, wie und wer ihr seid, was euch ausmacht, findet ihr auch Berufe, die euch wirklich erfüllen“, betont Müller.
Widerstände gehören – so der Experte – ebenfalls oft dazu. Wichtig ist, respektvoll zu bleiben und die eigenen Wünsche klar zu formulieren. Gerade für junge Menschen ist das nicht immer einfach. Umso wichtiger sind gute Argumente, die dem Umfeld helfen, die Entscheidung besser zu verstehen und zu akzeptieren.
Auch eine alte Faustregel gilt nach wie vor: „Probieren geht über Studieren.“ Und das im wahrsten Sinne. „Macht Praktika, nutzt die Schnupperwochen, sprecht mit Menschen aus Berufen, die euch interessieren – und hört dabei auch auf euer Gefühl! Wenn ihr euch auf etwas freut, ist das ein gutes Zeichen. Wenn euch alles daran nervt, ist das ebenfalls ein klares Signal“, so Müller.
Zur Orientierung gibt es viele Möglichkeiten: Gespräche, Tests, Einblicke in Betriebe oder Ausbildungsmessen. All diese Angebote helfen jungen Menschen, ihren Weg zu finden. Denn klar ist: Die Wirtschaft braucht junge Menschen, die motiviert und authentisch ihren Weg gehen.
„Euer Weg muss nicht perfekt sein. Er muss zu euch passen“, so Müller.

