Wochenspiegel

Hitzewellen in Belgien

Warum sie heute deutlich wahrscheinlicher sind

Die jüngste Hitzewelle Ende Juni hat gezeigt, wie stark sich Belgiens Sommer verändern. Nach einer Analyse des flämischen Forschungszentrums VITO sind lange Hitzeperioden heute deutlich wahrscheinlicher als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Die Hitzewelle begann am 17. Juni und dauerte zwölf Tage. Vielerorts stiegen die Temperaturen auf über 35 Grad, im Osten des Landes örtlich sogar auf mehr als 40 Grad. Nach Definition des Königlichen Meteorologischen Instituts gilt eine Hitzewelle als erreicht, wenn an mindestens fünf Tagen in Folge 25 Grad oder mehr gemessen werden und an mindestens drei Tagen mehr als 30 Grad.

Besonders lange Hitzewellen von mindestens zwölf Tagen bleiben zwar außergewöhnlich, treten aber inzwischen deutlich häufiger auf. In Uccle wurden seit 1975 sieben solcher Ereignisse registriert: 1975, 1976, 1997, 2003, 2006, 2020 und 2026. Laut VITO lag die jährliche Wahrscheinlichkeit in den 1980er Jahren bei rund drei Prozent; heute beträgt sie etwa 15 Prozent. Was früher statistisch nur alle 30 Jahre vorkam, ist inzwischen etwa alle sieben Jahre zu erwarten.

Für die Zukunft hängt die Entwicklung stark von den weltweiten Treibhausgasemissionen ab. Bei konsequentem Klimaschutz könnte sich die Wahrscheinlichkeit nach Mitte des Jahrhunderts bei etwa 25 Prozent stabilisieren. Bei höheren Emissionen könnten solche Hitzewellen gegen Ende des Jahrhunderts nahezu jedes zweite Jahr oder sogar noch häufiger auftreten.

Die Forscher betonen deshalb die Bedeutung von Klimaschutz und Anpassung. Dazu gehören mehr Grün- und Wasserflächen in Städten, bessere Verschattung, hitzeresistente Gebäude und Schutzpläne für gefährdete Gruppen. Die jüngste Hitzewelle ist damit nicht nur ein Extremereignis, sondern ein Hinweis darauf, dass Belgien sich auf häufigere und längere Hitzeperioden einstellen muss.

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