Wochenspiegel

Brand im Hohen Venn

UCM Verviers und MSVO wollen Wirtschaft unterstützen

Ostbelgien. – Der Brand im Hohen Venn hat nicht nur erhebliche Auswirkungen auf Natur und Umwelt. Auch zahlreiche Betriebe in der Region spüren bereits die wirtschaftlichen Folgen. UCM Verviers und die Mittelstandsvereinigung Ostbelgien (MSVO) wollen betroffene Unternehmer und Selbstständige unterstützen und zugleich dazu beitragen, Lehren aus der Krise für die Zukunft zu ziehen.

Angesichts des Brandes im Hohen Venn würdigen UCM Verviers und die MSVO zunächst den außergewöhnlichen Einsatz all jener, die seit Ausbruch des Feuers an der Bekämpfung des Brandes und der Eindämmung seiner Folgen beteiligt sind.

Rettungs- und Sicherheitsdienste, öffentliche Dienste, Landwirte, Unternehmer, Arbeitnehmer und zahlreiche freiwillige Helfer sind mit ihren jeweiligen Möglichkeiten im Einsatz. Auch weiterhin wird vor Ort mit großem Engagement gearbeitet. Beide Organisationen sprechen allen Beteiligten ihren ausdrücklichen Dank und ihre Anerkennung aus.

Eine Umweltkatastrophe darf nicht zur Wirtschaftskrise werden: Neben den unmittelbaren Folgen des Brandes rücken zunehmend auch die wirtschaftlichen Auswirkungen in den Mittelpunkt. Diese reichen weit über die direkt vom Feuer betroffenen Gebiete hinaus.

Beherbergungsbetriebe, Hotels, Gaststätten und weitere Unternehmen, die stark vom Tourismus und von den Besucherzahlen in der Region abhängig sind, verzeichnen bereits Stornierungen oder befürchten deutliche Umsatzeinbußen.

Die Bilder des Brandes haben sich verständlicherweise bei vielen Menschen eingeprägt. UCM Verviers und MSVO weisen jedoch darauf hin, dass zwar ein Teil des Venns gebrannt hat, die gesamte Region aber keineswegs zum Stillstand gekommen ist.

Unter Berücksichtigung der von den Behörden beschlossenen Zugangsbeschränkungen bleibt die Region lebendig, und zahlreiche Aktivitäten und Ausflugsziele sind weiterhin zugänglich. Denn die touristischen Möglichkeiten der Region beschränken sich keineswegs auf das Hohe Venn. Seen, Wälder und abwechslungsreiche Landschaften gehören ebenso zu ihren Stärken wie das kulturelle Erbe, die Gastronomie und die Vielfalt regionaler Produkte. Diese Angebote gelte es gerade jetzt sichtbar zu machen und in den Vordergrund zu rücken.

Aus Sicht der beiden Organisationen ist deshalb eine präzise und abgestimmte öffentliche Kommunikation besonders wichtig. Diese sollte deutlich machen, welche Gebiete von Einschränkungen betroffen sind und welche weiterhin besucht werden können. Damit soll verhindert werden, dass sich die Umweltkatastrophe unnötig zu einer wirtschaftlichen Krise für die gesamte Region ausweitet.

Die ersten Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Unternehmen und Selbstständige werden von UCM Verviers und MSVO begrüßt. Nun soll geprüft werden, wie wirksam diese Hilfen in der Praxis sind und ob es Situationen gibt, für die die bestehenden Maßnahmen keine ausreichende Lösung bieten.

Anlaufstellen für betroffene Unternehmer: Um sich ein möglichst genaues Bild von den wirtschaftlichen Folgen des Brandes zu machen, richten UCM Verviers und MSVO zwei Anlaufstellen ein. Unternehmer und Selbstständige, die direkt oder indirekt von den Folgen des Brandes betroffen sind, können dort ihre Schwierigkeiten und Erfahrungen mitteilen.

Für den französischsprachigen Raum steht die E-Mail-Adresse:

fagnes@ucmverviers.be zur Verfügung. Deutschsprachige Betroffene können sich unter venn@msvo.be an die MSVO wenden.

Die eingehenden Informationen sollen zwischen beiden Organisationen ausgetauscht, gebündelt und ausgewertet werden. Ziel ist es, wiederkehrende Probleme zu erkennen und diese, wenn erforderlich, gemeinsam an die zuständigen Behörden heranzutragen.

Zuhören, Informationen strukturieren, kommunizieren und die Interessen der betroffenen Betriebe vertreten – darin sehen UCM Verviers und MSVO ihre gemeinsame Aufgabe zur Unterstützung des Wirtschaftsstandortes in der Region.

Lehren für zukünftige Krisen ziehen: Über die unmittelbare Hilfe hinaus soll der Brand nach Ansicht der beiden Organisationen auch Anlass für eine umfassende Aufarbeitung sein. Ein Ereignis dieser Größenordnung biete die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und die Region besser auf vergleichbare Situationen in der Zukunft vorzubereiten. Dabei sollte geprüft werden, welche Erkenntnisse in den Bereichen Prävention, Vorbereitung, Koordination und Einsatzmittel gewonnen werden können.

UCM Verviers und MSVO betonen, dass es dabei nicht um die Suche nach Verantwortlichen gehe. Vielmehr müsse das Ziel darin bestehen, aus der aktuellen Krise möglichst viele praktische Lehren zu ziehen und Strukturen dort zu verbessern, wo dies notwendig ist.

Auf diese Weise sollen die Erfahrungen aus dem Brand im Hohen Venn dazu beitragen, die Region und ihre wirtschaftlichen Akteure für zukünftige außergewöhnliche Ereignisse besser zu wappnen.

Für UCM Verviers, Luc Demarche, Präsident.

Für die MSVO, Wilfried RAUW, Guido ZIANS, Nico WOLFF, Eric FONK, Präsidenten der MSVO.

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