Stadt-und Pfarrbibliotheken St. Nikolaus und St. Josef
Eupen. – Der 1966 in Helmstedt (Niedersachsen) geborene Protestant studierte Theologie und Geschichte in Marburg, Jerusalem und Heidelberg, wo er auch promovierte. Danach forschte und lehrte er an den Universitäten Frankfurt/Main, Jena und Tübingen. Seit 2021 hat er den Lehrstuhl für „Historical Theology“ an der Yale-Universität in New Haven/Connecticut (USA), eine der renommiertesten Hochschulen weltweit, inne. Der Pfarrerssohn sieht den Schwerpunkt seiner Arbeit im Mittelalter, jene oft, aber völlig zu Unrecht als „finster“ beschriebenen Epoche, die er allerdings als lange, fruchtbare Vorbereitung auf das hin deutet, was „Renaissance“ genannt, vielfach noch immer als resoluter Bruch mit der Vergangenheit interpretiert wird.
Auch Leppins 2006 erschienen Luther-Biografie -2017 zum dritten Mal neu aufgelegt-geht neue Wege. So setzt er sich kritisch mit den autobiografischen Zeugnissen des Reformators und dessen antisemitischen Äußerungen auseinander und ordnet ihn in sein spätmittelalterliches, „katholisches“ Umfeld ein. Das brachte dem ordinierten evangelischen Prediger übrigens nicht nur Applaus ein… Der überzeugte Ökumeniker hat sich 2018 ebenfalls der Persönlichkeit des Franz von Assisi zugewandt, dessen historische Existenz akribisch und mit großem Feingefühl unter einer dicken Schicht von Legenden, Kunst und Kitsch mitreißend freilegt.

