IKOB und Museum Vieille Montagne erhalten Access-i- Zertifizierung
Ostbelgien. – Das IKOB – Museum für Zeitgenössische Kunst in Eupen und das Museum Vieille Montagne in Kelmis sind mit Access-i zertifiziert worden. Damit können Besucherinnen und Besucher bereits vor ihrem Besuch konkret prüfen, welche Bedingungen sie in den beiden Museen vorfinden und ob diese ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechen. Die Audits wurden mit Unterstützung der Deutschsprachigen Gemeinschaft und des Tourismusverbands der Provinz Lüttich ermöglicht.
Zwei Museen mit unterschiedlichen Häusern und unterschiedlichen Inhalten gehen damit denselben Weg: Sie machen Zugänglichkeit nachvollziehbar.
Access-i bewertet dabei nicht pauschal, ob ein Gebäude „barrierefrei“ ist. Die Bedingungen vor Ort werden nach unterschiedlichen Bedürfnissen erfasst. Dazu gehören unter anderem Mobilitäts-, Seh- und Hörbeeinträchtigungen. Die Ergebnisse zeigen sowohl vorhandene Stärken als auch mögliche Hindernisse und sind öffentlich abrufbar.
Für Kultur- und Tourismusminister Gregor Freches liegt genau darin der Wert der Zertifizierung: „Wer ein Museum besuchen möchte, sollte vorher wissen können, was ihn dort erwartet. Access-i gibt konkrete Informationen statt allgemeiner Versprechen. So können Menschen selbst entscheiden, ob und wie sie ihren Besuch planen.“
Das IKOB in Eupen zeigt seit mehr als 30 Jahren internationale und regionale Gegenwartskunst in einem ehemaligen Industriegebäude. Zugänglichkeit wird dort auf mehreren Ebenen gedacht.
Dazu gehört auch das offene Eintrittsmodell, bei dem Besucherinnen und Besucher selbst entscheiden, welchen Betrag sie zahlen möchten.
Das Museum Vieille Montagne in Kelmis vermittelt in einem historischen Gebäude die Geschichte des Ortes und seines industriellen Erbes. Gerade bei einem solchen Gebäude sind die baulichen Voraussetzungen andere. Die Access-i-Prüfung macht deshalb konkret sichtbar, was bereits zugänglich ist und an welchen Stellen Einschränkungen bestehen.
„Das IKOB und die Vieille Montagne sind zwei sehr unterschiedliche Museen. Genau deshalb ist ihre Zertifizierung ein gutes Signal: Zugänglichkeit hat keine Standardlösung. Entscheidend ist, die tatsächliche Situation vor Ort ehrlich zu erfassen und diese Informationen den Menschen zur Verfügung zu stellen“, erklärt Freches.
Die Zertifizierung dient nicht allein der Information der Besucherinnen und Besucher.
„Barrierefreiheit beginnt mit verlässlicher Information, darf dort aber nicht enden. Wer genau weiß, wo Hindernisse bestehen, kann auch gezielter daran arbeiten. Für unsere Kultureinrichtungen ist das ein sehr praktischer Ansatz“, so Freches.
Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat die Audits gemeinsam mit dem Tourismusverband der Provinz Lüttich unterstützt. Mit den Zertifizierungen von IKOB und Museum Vieille Montagne liegen nun für zwei ostbelgische Museen detaillierte und öffentlich zugängliche Informationen zur Zugänglichkeit vor.
„Kultur richtet sich an die Menschen. Deshalb müssen wir uns auch damit beschäftigen, was Menschen möglicherweise davon abhält, ein Museum zu besuchen – vom Eintrittspreis über die Orientierung bis zum Zugang zum Gebäude. IKOB und Vieille Montagne zeigen auf ihre jeweils eigene Weise, wie man solche Hürden konkret angehen

