Wochenspiegel

Die Bedeutung des nicht-kommerziellen Sektors

Ohne VoGs läuft in Ostbelgien wenig

Eupen. – Die BISA-Tonne wird geleert, die Kinder besuchen den Sportverein und die Großmutter wird im Krankenhaus versorgt. Was diese alltäglichen Situationen gemeinsam haben? Hinter ihnen stehen Vereinigungen ohne Gewinnerzielungsabsicht, kurz VoGs. Wie wichtig diese Organisationen für Ostbelgien sind, möchten die Arbeitgeberverbände AnikoS und AGV329 mit ihrer neuen Kampagne „Meine VoG“ zeigen. Vorgestellt wurde die Initiative am 8. Oktober bei einer Pressekonferenz in den Räumlichkeiten von LOS Ostbelgien in Eupen.

Dabei geht es um weit mehr als das klassische Vereinsleben. Von der Gesundheitsversorgung über Bildung, Kultur und Sport bis zur Sozialwirtschaft und zum Verbraucherschutz sind VoGs in nahezu allen Lebensbereichen vertreten. Mit rund 1.846 Vollzeitäquivalenten entfällt mehr als ein Achtel der Beschäftigung in Ostbelgien auf den nicht-kommerziellen Sektor. Hinzu kommen rund 32.000 Ehrenamtliche, die sich in der Deutschsprachigen Gemeinschaft engagieren.

„Vieles von dem, was Ostbelgien lebenswert macht, wäre ohne sie nicht denkbar“, betont Christophe Ponkalo, Präsident von AnikoS. Die Botschaft der Kampagne ist deshalb eindeutig: VoGs sind systemrelevant. Trotzdem bleibt ihr gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Beitrag häufig im Hintergrund.

Das soll die Kampagne „Meine VoG“ ändern. In einer neuen Broschüre zeigen zahlreiche Mitgliedsorganisationen anhand konkreter Beispiele, welche Leistungen sie täglich erbringen. Durch die Geschichten führt Anika, eine fiktive Ostbelgierin, die stellvertretend für die Menschen steht, die von diesen Angeboten profitieren.

Doch die Initiative richtet sich nicht nur an die Öffentlichkeit. Gleichzeitig entsteht unter http://www.meine-vog.be eine digitale Anlaufstelle, die den Organisationen selbst die Arbeit erleichtern soll.

Ab dem 1. November werden dort zahlreiche zusätzliche Funktionen freigeschaltet. Dazu gehört ein umfangreiches VoG-Wiki mit Informationen zu Personalfragen, Finanzierungsmöglichkeiten und Führung von Vereinen mit Personal. Anika übernimmt dabei eine zweite Rolle: Als digitale Lotsin hilft sie mithilfe Künstlicher Intelligenz bei der Suche nach Antworten.

Über die Plattform können VoGs außerdem Beratungen anfragen, Weiterbildungen buchen und Räumlichkeiten anbieten oder suchen. Die persönliche Betreuung bleibt dabei ausdrücklich erhalten: Wer die digitalen Angebote nicht nutzen möchte, kann sich weiterhin direkt an die Mitarbeiter wenden.

Entwickelt wurde die Plattform vollständig beim AGV329. Ausgangspunkt war der Wunsch, Verwaltungsabläufe zu vereinfachen und die Vielzahl unterschiedlicher Excel-Listen zu reduzieren. Künftig sollen weitere Angebote wie ein Jobportal und ein gemeinsamer Veranstaltungskalender hinzukommen.

Mit „Meine VoG“ wollen AnikoS und AGV329 somit zweierlei erreichen: den gesellschaftlichen Wert des nicht-kommerziellen Sektors sichtbarer machen und gleichzeitig seine Organisationen stärken. Denn hinter vielen selbstverständlichen Leistungen des ostbelgischen Alltags stehen Menschen, deren Arbeit oft erst auffällt, wenn sie fehlt.

Weitere Informationen und die Broschüre gibt es unter:

http://www.meine-vog.be.

Kontaktiert uns…

Folgt uns…

Zur Website von: