Wochenspiegel

Wenn das Cello musikalische Grenzen verschiebt

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Eupen. – Gewinner des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs 2026 zu Gast im Jünglingshaus

Was Beethoven aus einem Mozart-Duett macht, Strawinsky aus barocker Tanzmusik und Manuel de Falla aus spanischen Volksliedern, beruht auf derselben hohen Kunst: Vertrautes aufzugreifen und ihm eine ganz eigene musikalische Gestalt zu geben.

Am 16. November bringen OstbelgienFestival und KultKom diesen musikalischen Ideenreichtum ins Jünglingshaus nach Eupen: Der italienische Cellist Ettore Pagano, Gewinner des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs 2026, und die Pianistin Naoko Sonoda präsentieren ab 19.30 Uhr ein Rezital, das den schöpferischen Eigensinn hörbar macht, mit dem Komponisten überlieferte Formen aufbrechen.

Am Anfang steht ein Liebesduett aus Mozarts „Zauberflöte“. In seinen sieben Variationen über „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ macht Beethoven aus der vertrauten Melodie ein kleines Labor musikalischer Einfälle. Wie weit lässt es sich treiben, ohne dass ein Thema seine Identität verliert?

Die anschließende Cellosonate Nr. 3 in A-Dur zeigt, wie grundlegend Beethoven auch die Rollenverteilung zwischen den Instrumenten verändern konnte. Cello und Klavier begegnen sich auf Augenhöhe, widersprechen einander, greifen Gedanken auf und spinnen sie weiter. Kammermusik als Gespräch – mit offenem Ausgang.

Nach der Pause geht es weniger um Regeln als um Charakter. Francis Poulenc greift in seiner „Suite française“ Tänze der Renaissance auf, betrachtet sie aber durch die Brille eines Komponisten des 20. Jahrhunderts. Manuel de Fallas „Suite populaire espagnole“ setzt dagegen auf die unmittelbare Kraft der Volksmusik. Ihre Melodien erzählen von Liebe und Sehnsucht, ihre Rhythmen haben etwas Körperliches, Unmittelbares.

Den Schlusspunkt setzt Strawinsky mit der „Suite italienne“. Der Komponist nimmt sich Musik aus dem 18. Jahrhundert vor und macht daraus alles andere als ein historisches Kostümstück. Aus eleganten Tanzformen werden scharf konturierte Miniaturen, aus vermeintlich vertrauter Tradition ein Spiel mit Brüchen, Witz und rhythmischer Energie.

Dass Ettore Pagano zu den bemerkenswerten jungen Cellisten seiner Generation zählt, belegen seine bisherigen Erfolge eindrucksvoll. Seit 2013 gewann er erste Preise bei mehr als 40 nationalen und internationalen Wettbewerben. Zu seinen jüngsten Auszeichnungen zählen der Sieg beim Internationalen Enescu-Wettbewerb 2024, der renommierte Abbiati-Preis als „Bester Solist“ 2025 und der Gewinn des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs 2026 in Brüssel.

Doch erst auf der Bühne wird aus solchen Erfolgen ein unmittelbares Erlebnis. In Eupen trifft ein außergewöhnliches junges Talent auf ein Programm voller Kontraste und überraschender Wendungen. Beste Voraussetzungen für einen Konzertabend, der die Neugier auf das weckt, was Musik immer wieder neu erzählen kann.

Weitere Informationen und Tickets unter http://www.obf.be

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