Pfarrbibliotheken Eupen St. Nikolaus und St. Josef
Eupen. – Eigentlich ist der Titel ein Widerspruch in sich, denn die Armut ist so alt wie die Menschheit. Seit es Privatbesitz und Erwerbsmöglichkeiten gibt, haben die einen mehr und die anderen weniger. Immer wieder haben Theoretiker und Praktiker versucht, das Phänomen zu bekämpfen, friedlich oder mit Gewalt. Die Französische Revolution proklamierte 1789 Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und von Frankreich verbreiteten sich diese Ideale über Europa und die Welt. Zwanzig Jahre zuvor hatten die Vereinigten Staaten von Amerika in ihrer Verfassung sogar das Recht eines jeden Menschen auf „Glück“ festgeschrieben. Und auch wenn die Zahl der Armen in den letzten Jahrzehnten weltweit langsam aber stetig gesunken ist, bleibt die bittere Wahrheit: die nördliche Hemisphäre lebt auf Kosten der südlichen und in allen Ländern klafft die Schere zwischen reich und arm immer weiter auseinander. Die Politik prangert diesen Skandal zwar ständig an, aber, wenn es ans Eingemachte geht, ist sich im Wahlvolk zunächst einmal jeder selbst der Nächste – und den Wähler sollte man möglichst nicht allzu sehr verprellen. Heißt dies, dass die Armut unausrottbar ist? Vieles spricht für diese pessimistische Feststellung. Hoffnung machen die unzähligen Organisationen, deren Mitglieder, nicht selten ehrenamtlich, Tag für Tag gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Gleichgültigkeit mutig aufstehen, die eingeschlafenen Gewissen wachrütteln und den Armen, Ausgestoßenen und Heimatlosen zeigen, dass sie nicht vergessen sind.
Öffnungszeiten für beide Bibliotheken von montags bis freitags, 16 bis 17.30 Uhr, in der Simarstraße 4 in Eupen.

