Seltenes Jubiläum für Eupener Tauchprofi
(Fortsetzung von Seite 1)
Der ETK hatte mittlerweile ein eigenes Klubheim in der alten Schuhfabrik Kemper, besaß einen Materialraum mit Kompressor und konnte Tauchanwärter ausbilden. Die Freude dauerte nicht lange an. Die belgische Föderation erließ neue Richtlinien und verlangte von allen ausbildenden Tauchklubs die Schaffung einer eigenen Tauchschule. Die Bedingung war allerdings, dass der Tauchschulleiter mindestens über das zweite von drei möglichen Tauchausbilderbrevets verfügte und außerdem ein Brevet in Wiederbelebung und Sauerstoffverabreichung besaß.
Gerd Pommé ließ sich nicht entmutigen, und da ihm die Tauchschule sehr am Herzen lag, entschloss er sich, die nächste Ausbildungsstufe anzugehen. Das Brevet mussten die Kandidaten in Südfrankreich auf der Insel Bandol absolvieren.
„Der Name allein schon war für uns Taucher ein Mythos. Fünf Tage Tauchen unter extremen Bedingungen mit Rettungsübungen jenseits der 50-Meter-Tiefe und das unter körperlicher und psychischer Dauerbelastung. Dort hat man mir meine Grenzen aufgezeigt. 1982 hatte ich es dann endlich geschafft, ich war 2-Sterne-Moniteur“, erzählt Gerd Pommé. Wenn schon 2, dann auch 3, dachte sich Gerd Pommé und machte sich an das höchste Tauchlehrerbrevet, verbunden mit dem Titel „Moniteur National“. „Das Brevet ist nochmal eine Nummer für sich. Es war eine persönliche Herausforderung an mich selber. Nochmal eine Schippe drauflegen“, so Gerd Pommé. Vier Jahre hat er für den Befähigungsnachweis gebraucht, Tauchlehrer auszubilden und theoretische und praktische Prüfungen abzunehmen.
Als er 1986 „Moniteur National“ wurde, veränderte dies seinen Tauchalltag. Wetterkunde, Seekartenlehre, Skipper-Brevet – das waren nur einige der Anforderungen. 1986 wurde Gerd Pommé erster deutschsprachiger „Moniteur National“. Das veränderte auch seinen Tauchalltag. Von da an wurde Gerd Pommé von der Föderation gefordert. In deren Auftrag war er als Jurymitglied in ganz Belgien und einmal pro Jahr in Frankreich im Einsatz. 1998 wurde er in die Prüfungskommission der Belgischen Föderation berufen und organisierte von dann an die verschiedenen Tauchlehrerprüfungen in Belgien und Frankreich – und das über 20 Jahre lang, stets mit der Unterstützung und dem Verständnis seiner Frau Sylvie.
Jetzt will der Eupener Tauchprofi etwas kürzer treten. Deshalb hat er es vorgezogen, den Jüngeren seinen Platz und die Verantwortung zu überlassen. Aber so ganz will er nicht die Zügel aus der Hand geben: Er bleibt weiterhin Jurymitglied und Ausbilder der Tauchlehrer für die belgische Delegation. Bei einem Rückblick ist er stolz, dass der Eupener Tauchklub 19 Tauchlehrer aus eigenen Reihen hervorgebracht hat. Bislang bleibt Gerd Pommé aber der einzige „Moniteur National“.
Er hat die Entwicklung der Tauchausbildung von den autodidaktischen Anfängen bis hin zu einer recht professionellen Struktur verfolgt, bei der die Ehrenamtlichkeit und das selbstlose Finanzieren der Brevets ein bisschen auf der Strecke bleiben und wandelnden Mentalitäten mehr Platz einräumen. (cd)

