Programmkino mit der Dokumentation „Oeconomia“ im IKOB
Eupen. – Attac DG zeigt in Zusammenarbeit mit dem IKOB am 22. März in Eupen den Dokumentarfilm „Oeconomia“ der deutschen Filmemacherin Carmen Losmann. Sie erforscht in ihrer Dokumentation die Grundlagen unseres Geld- und Finanzsystems. Der Ansatz der Regisseurin ist Neugier, ihre Methode scheinbar naive Fragen: Wie entsteht Geld? Wie funktioniert eine Bank? Woher kommt das Geld für Gewinne? Warum wächst die Wirtschaft, wenn Verschuldung und Vermögenskonzentration zunehmen?
Im Film kommen zahlreiche namhafte Experten zu Wort. Diese haben oft jedoch Mühe, diese elementaren Fragen überzeugend zu beantworten. Manchmal kommen sie selbst ins Grübeln – oder sogar ins Schwimmen. Losmann muss feststellen: Viele grundlegende Sachverhalte in der Wirtschaft werden weder hinterfragt noch verstanden – selbst von vermeintlichen Fachleuten nicht. Regisseurin Carmen Losmann gibt sich damit aber nicht zufrieden. Sie möchte in ihrem Film die Spielregeln des herrschenden Wirtschaftssystems nicht nur verstehen, sondern auch vermitteln. Entstanden ist ein mutiger Film zu einem abstrakten Thema – dem modernen Geld- und Finanzsystem.
Der Dokumentarfilm regt zum Nachdenken an – fertige Antworten hat auch er nicht. In seiner episodischen Erzählstruktur macht „Oeconomia“ sichtbar, dass die Wirtschaft nur dann wächst, dass Gewinne nur dann möglich sind, wenn wir uns verschulden. Auch visuell ist Carmen Losmann ein gelungenes Werk geglückt. So rahmen die Aufnahmen der glatt-polierten Oberflächen und Glasfassaden der Finanzgebäude sowie der fein-säuberlich hergerichteten Konferenzräume stimmig die Interviewsequenzen und das Erzählte ein. Dazu passt dann bestens der Ort der Filmvorführung. Gezeigt wird der Film im Museum für Zeitgenössische Kunst (IKOB) am Rotenberg in Eupen. Der Film startet um 19.30 Uhr. Im Anschluss an den Film wird über das Gesehene diskutiert. Die Diskussion leitet IKOB-Direktor Frank-Thorsten Moll.
Der Eintritt ist frei.

