Spendenkampagne: VoG kämpft mit finanziellen Problemen
Kettenis. Leere Kasse, aber volles Haus: Im Eupener Tierheim mangelt es nicht an Arbeit, doch die finanzielle Lage spitzt sich zu. Weil das Defizit stark gewachsen ist und nun sogar Personalkürzungen nötig werden, startet die VoG einen Hilferuf. Vor allem eine neue Spendenkampagne soll helfen, dringend benötigte Mittel zu sammeln.
Jährlich nimmt das Tierheim in Kettenis rund 350 Tiere auf: etwa 100 Hunde und 250 Katzen. 80 Prozent davon sind Fundtiere. Die Nachfrage bleibt hoch. „Wir könnten wohl drei Mal so groß sein und wären noch immer voll“, sagt Geschäftsführer Gregor Junk.
Zugleich steigt die Zahl schwieriger Fälle. Viele Tiere haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich und benötigen intensive Betreuung, bevor sie vermittelt werden können. Besonders bei problematischen Tieren dauert es oft Monate, bis sich ein neuer Halter findet. Dadurch ist das Tierheim dauerhaft ausgelastet, teils müssen Interessenten auf Wartelisten gesetzt werden.
Die Arbeit der Mitarbeiter geht weit über die reine Versorgung hinaus. Ziel der VoG sei ein achtsames und verantwortungsbewusstes Miteinander von Mensch und Tier.
Doch die Finanzierung wird zunehmend zum Kraftakt. Der Tierschutzeinrichtung fehlen in diesem Jahr voraussichtlich rund 70.000 € – etwa ein Fünftel des Gesamtbudgets. Die Folgen sind spürbar: Einer von drei Tierpflegern musste bereits entlassen werden, Gregor Junk reduziert sein eigenes Pensum auf 50 Prozent. „Nicht weil es zu wenig Arbeit gibt, sondern weil wir finanziell sonst nicht über die Runden kommen.“
Neben gestiegenen Betriebskosten fehlen vor allem Einnahmen aus Erbschaften. „Sie sind eine tragende Säule für uns, in den letzten drei Jahren aber ausgeblieben“, erklärt Junk. Umso wichtiger seien Spenden privater Unterstützer.
Neben klassischen Spenden wurde nun ein Online-Tierrettungsfonds eingerichtet – eine Art Patenschaftsmodell für notleidende Tiere. Zwischen 10 € und 20 € kostet ein Tier das Heim täglich. Zusätzlich eröffnet das Tierheim im Juni einen kleinen Shop mit Fanartikeln rund ums Tierwohl. Mit beiden Projekten hofft die VoG, die akuten finanziellen Probleme schnell lindern und langfristig wieder stabiler wirtschaften zu können. Unterstützung aus der Bevölkerung bleibt dafür jedoch unverzichtbar. Jede Hilfe zählt.
Spenden sind möglich unter tierheim-eupen.be/helfen oder auf das Konto der Tierschutzgesellschaft VoG: BE51 0682 2494 6562. Gerade jetzt mehr denn je.

