Pfarrbibliotheken St. Nikolaus und St. Josef
Eupen. – Am 5. September 1774 war im nordamerikanischen Philadelphia erstmals ein Kongress der englischen „Kolonisten“ zusammengekommen, um gegen die Politik des Mutterlandes zu protestieren, die Einfuhren aus England zu boykottieren und die Ausfuhren in das Königreich zu sperren. An eine Abspaltung dachten in Amerika damals nur die Wenigsten. Doch König Georg III. lehnte jeden Kompromiss ab und beschloss den Aufstand gewaltsam zu brechen. Nun wurde der Ruf nach Unabhängigkeit in den Kolonien immer lauter. Sie streckten diplomatische Fühler zwecks militärischer Unterstützung nach Frankreich aus und öffneten ihre Häfen für jede fremdländische Schifffahrt.
Schließlich konstituierte sich im Juni 1776 ein Ausschuss, um eine formelle Unabhängigkeitserklärung der amerikanischen Kolonien von der britischen Krone zu entwerfen.
Diesem Gremium gehörten fünf Personen an: John Adams aus Massachusetts, Benjamin Franklin aus Pennsylvania, Roger Sherman aus Connecticut, Robert Livingston aus New York und Thomas Jefferson aus Virginia. Am Abend des 4. Juli 1776 war es dann so weit. Bis auf einen, unterzeichneten die Delegierten der 13 Kolonien die Erklärung ihrer Unabhängigkeit von England. Das Dokument war allein das Werk des erst 33jährigen Jefferson, der zwar ein stockender und weitschweifiger Redner war, aber über einen messerscharfen Verstand und eine mitreißende Feder verfügte.
Auf seine alten Tage schrieb er an Adams, dass „die Flamme, die am 4. Juli 1776 entzündet“ worden sei, „sich zu weit über den Erdball verbreitet“ habe, „als dass sie mit den schwachen Werkzeugen der Gewaltherrschaft gelöscht werden könnte; im Gegenteil, sie wird jene Werkzeuge und alle, die sie bedienen, verzehren.“ Und Präsident Abraham Lincoln fügte bei seinem Amtsantritt 1861 hinzu, dass er „in der Politik nie Gefühle gehabt“ habe, „die nicht denen entsprangen, die in der Unabhängigkeitserklärung zum Ausdruck gebracht werden.“ Ob Donald Trump dies auch so sieht?

