Wochenspiegel

Autor des Monats: Nagib Mahfuz

Öffentliche Stadt-und Pfarrbibliotheken Eupen St. Nikolaus und St. Josef

Eupen. – Der am 30. August 2006 im Alter von 94 Jahren verstorbene ägyptische Schriftsteller Mahfuz war der erste arabischsprachige Literaturnobelpreisträger (1988) und gilt nach wie vor als der bedeutendste arabische Romanautor überhaupt. Er kam in einer kleinbürgerlichen Familie Kairos zur Welt, studierte an der dortigen Universität Literatur und veröffentlichte seine erste Novelle im Jahr 1939. Nach seinem Masterabschluss wurde er Beamter und beschäftigte sich nebenher mit der altägyptischen Geschichte, die er in romanhafter Form neu erzählte. Nach mehreren nur mäßig erfolgreichen Romanen gelang ihm mit der 1950 begonnenen Familiensaga „Kairoer Trilogie“ sein erster großer Wurf.

Auf über 1.500 Seiten schildert er die Geschichte eines „Familienpatriarchen“ und seiner zahlreichen Nachkommenschaft. In mancher Hinsicht erinnert das 1956/57 erschienene monumentale Werk an illustre Vorbilder, wie Balzac, Dickens, Tolstoi, Proust oder Galsworthy. Nach dem Staatsstreich General Nassers im Jahre 1952 verfasste er vor allem Drehbücher. Mit dem 1959 erschienenen Roman „Die Kinder der Medina“, der sowohl die autoritären Aspekte des Nasser- Regimes als auch den Umgang mit Macht allgemein kritisiert, begann für Mahfuz eine schwierige Zeit. Fanatiker verurteilten das Buch als gotteslästerlich und bedrohten den Autor massiv. In Ägypten durfte es nicht erscheinen.

Den Autor machte es jedoch international endgültig berühmt. Bis ans Ende seines langen Lebens nahm Mahfuz auch immer wieder Stellung zum Nahostkonflikt, wobei er sich um Überparteilichkeit bemühte. 1994 überlebte er mit knapper Not ein islamistisches Attentat.

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