Wochenspiegel

Es brennt – wir stehen auf!

Menschenkette von Aachen bis nach Kelmis

D-Aachen/Kelmis. – „Draußen tobt die Welt“ – drinnen schauen viele Menschen einsam und ohnmächtig zu. Sie hoffen, dass doch noch alles irgendwie gut wird. Irgendwie. Dabei zeigt sich Jahr für Jahr, wie die Krisen dichter werden und die Zukunft für viele Menschen immer unsicherer erscheint.

Kriege, Hitzerekorde, Flächenbrände, Wasserkrisen und der Verlust von Lebensräumen machen deutlich: Der Erhalt der Lebensgrundlagen muss endlich zu einem zentralen Thema der Gesellschaft werden.

Viele Menschen fragen sich: Wie wird die Welt in zehn Jahren aussehen? Nicht in hundert Jahren, sondern in zehn. Wie werden Kinder leben? Werden sie sicher und frei leben können? Werden auch sie die Möglichkeit haben, eine Familie zu gründen und ihre Zukunft selbst zu gestalten?

Diese Fragen können Angst machen. Sie können ohnmächtig machen. Doch Ohnmacht muss nicht bleiben. Menschen können wieder sichtbar werden, einander begegnen und spüren, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind. Denn Veränderung beginnt dort, wo Menschen sich zusammenschließen und gemeinsam für das einstehen, was ihnen wichtig ist.

Deshalb laden die Organisatoren am Samstag, dem 3. Oktober alle Menschen ein, die sich Sorgen um die Zukunft machen und sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen einsetzen möchten: Organisationen, Initiativen, Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten, Politikerinnen und Politiker, Menschen aus Gesundheitswesen und Bildung, Feuerwehr, Friedensbewegungen, Demokratieinitiativen, Schülerinnen und Schüler sowie alle, die sich für eine lebenswerte Zukunft engagieren möchten. Angesprochen sind Menschen jeden Alters, aus unterschiedlichen Berufen, Lebenssituationen und gesellschaftlichen Gruppen.

Am 3. Oktober werden bundesweit Menschenketten gebildet. Bereits in mehr als 50 Städten organisieren sich Menschen für diesen Tag. Um 12 Uhr sollen sich an vielen Orten Menschen die Hände reichen und gemeinsam ein sichtbares Zeichen für Demokratie, Klimaschutz, Frieden und den Erhalt der Lebensgrundlagen setzen.

Auch die Region Aachen soll Teil dieses Zeichens sein. Die Initiative „es brennt Aachen“ organisiert eine Menschenkette vom Aachener Dom über die Lütticher Straße bis nach Kelmis. Damit sollen bewusst auch Menschen in Ostbelgien einbezogen werden. Gerade in diesem Sommer haben die gewaltigen Brände im Hohen Venn unmittelbar gezeigt, dass die Folgen der Klimakrise keine Grenzen kennen. Das Klima kennt keine Ländergrenzen – und gemeinsames Handeln sollte ebenfalls nicht an Ländergrenzen enden. Die geplante Menschenkette soll sichtbar machen: Viele Menschen schauen nicht länger ohnmächtig zu, sondern übernehmen Verantwortung für die eigene Zukunft und für die Zukunft kommender Generationen.

Dafür werden möglichst viele Menschen, Schulen und Organisationen gesucht. Sie sollen helfen, die Kette zu schließen und die gemeinsame Botschaft sichtbar zu machen: Hand in Hand für die Zukunft und die Zukunft aller Lebewesen auf diesem Planeten.

Wer dabei sein möchte, kann sich auf esbrennt.ac für einen Streckenabschnitt eintragen.

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