Stadt- und Pfarrbibliotheken St. Nikolaus und St. Josef
Eupen. – Die Zahl der Christen wird weltweit auf etwa 2,4 Milliarden Menschen geschätzt. Das entspricht ca. 31 % der Weltbevölkerung. Der Anteil der Katholiken daran bleibt mit 17,8 % seit einigen Jahren recht stabil. Doch bei weitem nicht überall sind die Christen in der Mehrheit. Sieht man einmal von der nördlichen Hemisphäre
und Lateinamerika ab, sind sie in den anderen Regionen der Welt eine oftmals kleine bis sehr kleine „Herde“. Und selbst in traditionsreichen christlichen Ländern befinden sich die christlichen Kirchen nicht selten in freiem Fall. Das vorliegende Buch ist das Ergebnis mehrjähriger Forschungen junger Stipendiaten aus vielen Ländern. Initiiert und animiert wurde deren reger Austausch durch Esther-Maria Guggenmoos, Professorin für Religionswissenschaften an der schwedischen Universität Lund. Es sei der Leserschaft vorbehalten, die Situation der Christen in so unterschiedlichen Ländern wie Kenia, Thailand, Vietnam, Georgien, China, Iran oder den Philippinen zu entdecken. Die allgemeine Schlussfolgerung kann jedoch auch im post- christlichen Europaneue Hoffnung wecken: „Einer Minderheit anzugehören kann ein… Vorteil, ja sogar ein Segen sein“. Ein Sprichwort sagt, dass die „Wahrheit“ nur unter Minderheiten gefunden werden kann. „Die Zugehörigkeit zu einer Minderheit ermöglicht es einem, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und blinde Flecken zu vermeiden.“
„Ein Mitglied der Mehrheitsgemeinschaft hat weniger Chancen, diese Vielfalt zu sehen.“ Ob Muslim, Christ oder Andersgläubiger, ohne gesellschaftliches und geschwisterliches Miteinander wird die Menschheit nicht überleben.

