Der touristische Komplex der Wesertalsperre Eupen
Eupen. – Am Sonntag, den 25. Oktober, lädt Chudoscnik Sunergia im Rahmen der Reihe Einblick zu einem Architekturvortrag mit anschließendem Rundgang durch den touristischen Komplex der Wesertalsperre Eupen ein. Gestaltet von den Architekten Roger Bastin, Lucien Kroll und Charles Vandenhove und geprägt von den Ideen Le Corbusiers ist der Komplex ein Ausdruck des architektonischen Zeitgeistes der 1950er-Jahre, der auch von einer Nachkriegswirtschaft mit knappen Ressourcen bestimmt war. Mittlerweile zählt er zu den wichtigsten touristischen Anziehungspunkten Eupens – obwohl diese Funktion in den ursprünglichen Plänen gar nicht vorgesehen war. Bei einer Führung schildern mehrere Architekten und ein Eupener Stadtführer diese Entwicklung. Beginn der Veranstaltung: 11 Uhr. Treffpunkt ist der Saal auf der ersten Etage.
Die zwischen 1938 und 1950 am Zusammenfluss der Weser und des Getzbach erbaute Eupener Talsperre sollte die Region mit Trinkwasser versorgen. 1955 wollte das Ministerium für öffentliche Arbeiten nach interessanten Provisorien letztendlich einen Neubau des touristischen Komplexes zum Damm hinzufügen, der ein Restaurant und einen Panoramaturm umfassen sollte.
Das Projekt wurde an den belgischen Architekten Roger Bastin vergeben. Er vertraute es seinen jüngeren Kollegen Charles Vandenhove und Lucien Kroll an, die seit 1951 mit ihm zusammenarbeiteten. Für die beiden letztgenannten Architekten war dies der erste große Auftrag; alle drei inzwischen berühmten belgischen Architekten gingen aus der Architekturschule La Cambre hervor. Ihr Entwurf zeugt vom Einfluss des damals tonangebenden Architekten der 50er Jahre, Le Corbusier.
Auf einem steil abfallenden Grundstück, das einen Panoramablick auf den See bietet, unterwarfen sich die Architekten der natürlichen Umgebung und entwarfen ein Gebäude, das sich horizontal entwickelt. Das auf Stützen ruhende Gebäude bietet ein im Außenbereich großzügig überdachtes Erdgeschoss mit Restaurant und einem Besucherzentrum als Anlaufstelle für Wanderer und Besucher. Im ersten Stock und nach Süden ausgerichtet befindet sich das Hauptrestaurant/Veranstaltungssaal in einem riesigen Raum mit einer Terrasse auf Stützen, einer imposanten Rampe und einer Spindeltreppe aus Sichtbeton zur Erschließung von außen.
Mit der notwendigen Modernisierung des inzwischen in die Jahre gekommenen Gebäudes wurden 1985-86 G. Dekempener Architekten beauftragt, Manfred Lerho + Partner erweiterten 2004 und 2010 das Ensemble mit den erkennbaren, notwendigen Anbauten unter der Bauherrschaft des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Mehr Informationen & Tickets:
http://www.alter-schlachthof.be.
Vorverkauf: 10
Tageskasse: 12

