Wochenspiegel

Raerener Jugendzentren holen sich frische Ideen

JURA

Lüttich. – Über den Tellerrand schauen, neue Ideen sammeln und gemeinsam Zukunft gestalten: Vertreter der drei Raerener Jugendzentren und ihre Mitarbeiter machten sich auf den Weg nach Lüttich. Eine Premiere, denn erstmals waren Mitglieder aller drei Verwaltungsräte gemeinsam unterwegs.

Andere Jugendzentren kennenlernen, Erfahrungen austauschen und sich inspirieren lassen – das gehört beim Jugendtreff Inside schon lange zur Tradition. Diesmal stand die Exkursion jedoch ganz im Zeichen der Zusammenarbeit innerhalb von JURA, der Dachorganisation der drei Raerener Jugendzentren.

Besucht wurden „La Baraka“ im Lütticher Viertel Sainte-Marguerite und die „Maison de Jeunes du Péri“ unweit des Justizpalastes. In beiden Einrichtungen traf die Gruppe auf engagierte Jugendarbeiter, die spannende Einblicke in ihren Alltag gewährten.

Besonders beeindruckend: die Teamarbeit. Während in den Lütticher Jugendzentren jeweils fünf bis zehn Personen beschäftigt sind, stehen Jugendarbeiter in der Deutschsprachigen Gemeinschaft häufig noch alleine da. In Lüttich wird dagegen vieles gemeinsam geplant, diskutiert und umgesetzt. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten. Beide Lütticher Jugendzentren sind eigenständige VoGs mit einem Abkommen mit der Französischen Gemeinschaft. Die inhaltlichen Schwerpunkte ähneln denen in Raeren, auch wenn die sozialen Herausforderungen im städtischen Umfeld teilweise größer sind.

Die Eindrücke aus Lüttich lieferten reichlich Gesprächsstoff. Im Anschluss wurde innerhalb der Raerener Gruppe intensiv diskutiert und es wurden erste Weichen für das nächste JURA-Konzept, was die Ziele der nächsten 5 Jahre definiert, gestellt.

Dabei zeigt sich eine bemerkenswerte Entwicklung: Als die Politik vor rund 15 Jahren einen Zusammenschluss der Jugendzentren forderte, war die Begeisterung noch überschaubar und es wurde der Umweg über eine Dachorganisation (JURA) gefunden. Heute wächst die Erkenntnis, dass alle drei Verwaltungsräte mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen und gemeinsam mehr erreichen können.

Aus einem politisch angestoßenen Zusammenschluss entwickelt sich zunehmend eine Zusammenarbeit aus eigener Überzeugung. Eine stärkere JURA-Struktur könnte nicht nur die Verantwortlichen entlasten, sondern vor allem den Jugendlichen in der Gemeinde Raeren zugutekommen.

Die Fahrt nach Lüttich war somit weit mehr als ein einfacher Besuch zweier Jugendzentren. Sie brachte neue Ideen, spannende Diskussionen und vor allem die Erkenntnis, dass man gemeinsam stärker ist.

Und eines ist sicher: Es wird nicht der letzte gemeinsame Ausflug von JURA gewesen sein.

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