Pfarrbibliotheken Eupen St. Nikolaus und St. Josef
Eupen. – Wohl noch nie hat das Thema Energie so oft im Mittelpunkt des politischen Handelns und der öffentlichen Meinung gestanden wie seit dem Beginn des Ukrainekriegs. Schlagartig ist uns wieder bewusst geworden, wie abhängig unser westlicher Wohlstand von Energien ist, die wir zum größten Teil importieren müssen.
Hier ist ordentlich Sand ins Getriebe geraten. Die Älteren können sich vielleicht noch an die Zeit erinnern, wo bei weitem nicht alle Häuser über eine Zentralheizung verfügten, ein Kellerraum für Holz, Kohle und Briketts reserviert war und das einmal in der Woche handbefeuerte Badewasser für die ganze Familie reichen musste. Energie ist zu etwas Selbstverständlichem geworden, das aus der Steckdose, dem Wasserhahn oder der Zapfsäule kommt.
Der Zusammenhang zwischen Internet, den sozialen Netzwerken und der Energieproduktion wird den Meisten zwar von Zeit zu Zeit bewusst, ein Dauerthema ist es nicht, obwohl „das Netz“, wäre es denn eine Nation, der sechstgrößte Energiefresser der Erde ist. Jetzt ist Sparen angesagt, aber wie, ohne den Wohlstand zu gefährden, soziale Unruhen auszulösen und die immer größere Zahl derjenigen mitzunehmen, die ihre Gas- und Stromrechnung nicht mehr bezahlen können, weil sie schon Mitte des Monats nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll.
Es ist die sprichwörtliche Quadratur des Kreises und sie ist unlösbar, wenn nicht alle bereit sind zu teilen und sich von der Idee des unbegrenzten Wachstums unwiderruflich zu verabschieden.

