Wochenspiegel

Buch des Monats: Das Ende des Kapitalismus

Pfarrbibliotheken Eupen St. Nikolaus und St. Josef

Eupen. – Die bekannte deutsche Journalistin Ulrike Hermann nimmt in ihrem neuesten Buch die Energiekrise zum Anlass, grundlegend über die Zukunft unseres Wirtschaftssystems nachzudenken, das wohl wie kein anderes den Fortschritt und Wohlstand vorangetrieben hat, jetzt aber an Grenzen stößt, da sie vielfach bereits überschritten hat und akut den Fortbestand unseres Planeten bedroht. Lange war die Wirtschaft auf rücksichtsloses Wachstum gedrillt, mit katastrophale Folgen für unsere Umwelt, die wir nicht länger ignorieren können und dürfen. Hermanns These ist radikal.

Die Klimakrise ist kein Zufall und sie zielt ins Herz des Kapitalismus. Denn Wohlstand und Wachstum sind nur möglich, wenn man Technik einsetzt und Energie verbrennt.

Leider wird die Ökoenergie aus Sonne und Wind jedoch nicht ausreichen, um für die Zukunft weltweites Wachstum zu garantieren. Die Industrieländer müssen sich daher vom Kapitalismus verabschieden, so Hermann und eine Kreislaufwirtschaft anstreben, in der nur noch verbraucht wird, was sich recyceln lässt. Aber wie könnte man sich dieses „grüne Schrumpfen“ vorstellen?

Hier verweist Ulrike Hermann auf die britische Kriegswirtschaft in den Jahren 1939 bis 1945, wo die Produktion zwar privat blieb, der Staat aber festlegte, was noch produziert werden durfte und die Verteilung der knapperen Güter übernahm.

Ein kühnes Buch, das den Lesern reinen Wein einschenkt und den Ernst der Lage weder beschönigt oder klein redet. Absolut lesens- und beherzigenswert.

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