Wochenspiegel

Thema des Monats: Der Irak, das zerrissene Land

Pfarrbibliotheken Eupen St. Nikolaus und St. Josef

Eupen. – Mit über 41 Millionen Einwohnern ist der Irak das fünftgrößte Land der arabischen Welt. Es entstand 1920 aus dem Zusammenschluss von drei Provinzen des ehemaligen osmanischen Reichs. Von 1921 bis 1958 war der neue Staat eine Monarchie, die aber durch einen Militärputsch gestürzt und in eine Republik umgewandelt wurde.

1979 kam Sadam Hussein an die Macht. Er errichtete eine Diktatur, die eine Vormachtstellung in der Region beanspruchte und den Nachbarstaaten Iran und Kuwait den Krieg erklärte.

Gegen den Iran konnte sich Sadam Hussein nicht durchsetzen und die militärische Niederlage befeuerte seine immer zahlreicheren innenpolitischen Gegner, deren Widerstand er mit unerbittlicher Grausamkeit niederschlug.

Nach der Eroberung Kuwaits durch den Irak bildete sich eine internationale Koalition, die das Emirat im Februar 1991 befreite.

Die Vereinten Nationen verhängten Sanktionen gegen den Irak, der trotz seiner bedeutenden Ressourcen immer tiefer im Strudel von Armut, Hass und Terror versank. In dieser chaotischen Lage verbreitete die Regierung der USA vor 20 Jahren die (seitdem zweifelsfrei widerlegte) Behauptung, der Irak Sadam Husseins verfüge über Massenvernichtungswaffen. Obwohl eine Reihe von Staaten, darunter Frankreich und

Deutschland, den Amerikanern die Gefolgschaft verweigerte, flogen diese im März 2003 die ersten Luftangriffe gegen die irakische Hauptstadt Bagdad. Nach der Kapitulation wurde der Irak in sechs Besatzungszonen aufgeteilt. Seitdem versank das Land immer mehr im Chaos.

Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten sowie das Eindringen der Terrororganisation Islamischer Staat haben inzwischen weit mehr als eine Millionen Menschen getötet. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Der Aufbau einer repräsentativen Demokratie ist misslungen; die Zahl derjenigen, die dem Diktator Sadam Hussein, der 2006 hingerichtet wurde, nachtrauern, wächst. Die Verantwortlichen für die irakische Katastrophe sind zahlreich, die Leidtragenden dieses militärischen und diplomatischen Schiffbruchs des Westens sind die Irakerinnen und Iraker.

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