Wochenspiegel

Gaudi und seine Kirche

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Eupen. – Wer je die katalanische Hauptstadt Barcelona besucht hat, kennt die monumentale Basilika der „Sagrada Familia“, ein vor vierzig Jahren begonnenes und noch immer nicht vollendetes Meisterwerk des „Art nouveau“. Das Ziel, den Bau bis 2026 zum 100. Todestag seines Architekten Antoni Gaudi zu vollenden, ist mittlerweile aufgegeben worden. Der, 1852 im spanischen Reus als Sohn eines Kesselschmieds geborene Gaudi war ein tief religiöser Mensch, für den im Vatikan übrigens ein Seligsprechungsverfahren anhängig ist. Nach Abschluss seines Architekturstudiums machte er sich rasch als hervorragender, kreativer Zeichner einen Namen. In dem Unternehmer und Politiker Eusebi Güell fand er einen Mäzen, mit dessen Hilfe er seine ersten Großbauten verwirklichen konnte. 1866 hatte der Buchhändler Josep M. Bocabella in Barcelona einen Verein der Verehrer des hl. Josef zur finanziellen und geistlichen Unterstützung des Papstes ins Leben gerufen. In diesem Verein kam die Überlegung auf, eine Sühnekirche zur Ehre der Heiligen Familie zu errichten. Dank großzügiger Spenden erwarb Bocabella 1881 ein 12.800 m2 großes Grundstück nördlich der Altstadt von Barcelona und ein Jahr später wurden die Bauarbeiten unter Leitung des Diözesanbaumeisters Francisco de Paula del Villar in Angriff genommen. Doch nur ein Jahr später kam es zu einem Zerwürfnis zwischen der Bauleitung und del Villar. Bei der Suche nach einem Nachfolger setzte sich der, erst 30-jährige Gaudi durch und bis an sein Lebensende 1926 ließ die „Sagrada Familia“ ihn nicht mehr los. 1878 hatte sich der Direktor der Architekturschule noch die Frage gestellt, ob mit Gaudi „ein Verrückter oder ein Genie“ diplomiert worden sei. Wer heute vor dem gewaltigen Statuen-, Säulen-und Türmewald der Basilika steht, wird sie unschwer beantworten können. Das Pariser „Musée d’Orsay“ widmet dem Genie zurzeit eine große Ausstellung, die noch bis zum 17. Juli zu sehen ist.

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