Wochenspiegel

Liszts verborgene Meisterwerke

Matineekonzert

Eupen. – Nicht jede musikalische Entdeckung führt in die Ferne. Manchmal genügt ein neuer Blick auf einen der berühmtesten Komponisten der Musikgeschichte. Genau dazu laden das OstbelgienFestival und Chudoscnik Sunergia am Sonntag, dem 13. September, um 11 Uhr in den Alten Schlachthof Eupen ein. Mit dem Cellisten Romain Dhainaut und dem Pianisten Rafael Theissen stehen zwei Musiker auf der Bühne, die sich mit großer Leidenschaft auf die Suche nach verborgenen Schätzen des Repertoires begeben. Im Mittelpunkt des Konzerts steht Franz Liszt – allerdings nicht der schillernde Virtuose, dessen Name untrennbar mit spektakulären Klavierwerken verbunden ist.

Die Matinee widmet sich vielmehr seinem späten Schaffen: einer faszinierenden Klangwelt voller Ruhe, Tiefe und überraschender Modernität. Liszt löst sich hier von der großen Geste und entwickelt eine musikalische Sprache, deren kühne Harmonik bereits weit ins 20. Jahrhundert vorausweist. Diesen Blick auf unbekannte Meisterwerke ergänzt die Wiederentdeckung eines außergewöhnlichen belgischen Komponisten.

Mit seiner Sonate für Violoncello und Klavier schuf Adolphe Biarent ein Werk von eindringlicher Ausdruckskraft. Entstanden unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs, verbindet die Musik Schmerz und Hoffnung zu einer emotionalen Erzählung, die auch heute nichts von ihrer Wirkung verloren hat. Dhainaut und Theissen kennen sich seit ihrer gemeinsamen Studienzeit am Königlichen Konservatorium in Brüssel und bilden seit vielen Jahren ein eingespieltes Duo.

Mit ihrer viel beachteten Einspielung der Werke Adolphe Biarents haben sie maßgeblich dazu beigetragen, dessen Musik wieder einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Im Alten Schlachthof laden sie nun zu einer Matinee ein, die Bekanntes neu hören lässt und Vergessenes wieder ans Licht bringt. Weitere Informationen und Tickets unter http://www.obf.be und

http://www.alter-schlachthof.be.

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