Wochenspiegel

Das Geschenk von Gaea Schoeters

Lesekreis Kelmis – Februar

Kelmis. – 20.000 Elefanten werden vom botswanischen Präsidenten nach Deutschland gesendet, weil der Kanzler, Winkler mit Namen, ein Gesetz durch den Bundestag gebracht hat, welches den Import von Trophäen nach Deutschland unterbinden soll. Der botswanische Präsident erlebt das als neuen Kolonialismus und möchte mit dem Geschenk zeigen, wie sich das auswirkt, wenn andere Staaten Gesetze beschließen, die sie nicht nur selbst betreffen.

„Ihr Europäer wollt uns vorschreiben, wie wir zu leben haben“, sagt der Präsident von Botswana, „vielleicht solltet ihr einfach mal selbst versuchen, mit Megafauna zurechtzukommen. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, Deutschland zwanzigtausend Elefanten zu schenken.“

Die Elefanten leben zunächst in Berlin und werden dann auf die Bundesländer verteilt, um die Lasten gleichmäßig zu schultern.

Die ersten Firmen erkennen ein Geschäftspotential in der Vermarktung der Ausscheidungen der Elefanten, die gut zu einem sehr potenten Dünger verarbeitet werden können.

Winkler selbst versucht, die Elefantenanwesenheit für seine Zwecke zu nutzen.

Wir bewegen uns also durch die Niederungen der bundesdeutschen Politik, die miesen Tricks und ich-bezogenen Handlungsweisen, die nur dem Erhalt der eigenen Macht dienen.

Das neue Buch von Gaea Schoeters ist oberflächlich betrachtet leichtfüßiger, aber nicht weniger durchdringend und extrem klug. Ein herrliches, bissiges, entlarvendes Gedankenspiel auf wenigen Seiten, dass ein Lesehochgenuss ist.

Sie möchten auch Teil des Lesekreises werden? Wir treffen uns jeden 2. Mittwoch/Monat um 19.30 Uhr. Weitere Infos unter folgender Mailadresse: manuela.wintgens@dgov.be.

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